Bericht von unserem Event HONZEN (Salon) am 29. April 2018 über Mittag

Short Video vom Event Honzen 20180429

20180429 Flyer Bokusui-Prof. Klopfenstein

Event HONZEN: Hausherr lädt  die Gäste ein und stellt seinen Hausgast des Salons vor. Am 29. April 2018 über den Mittag haben wir Herrn Prof. Eduard Klopfenstein eingeladen und unseren Gästen sein neues Übersetzungsbuch von Tanka Gedichten von Bokusui Wakayama vorgestellt, mit der musikalischen und kulinarischen Begleitung.

HONZEN ist eigentlich das Wort für die Mahlzeit nach SHIKISANKON (Apéro), die in einem anderen Esssaal serviert wurde im Mittelalter in Japan. Nach Apéro wurde Reisbrei serviert, dann verliess man den Apéroraum und ging man in den Speisesaal. Als dritter Gang bekam man diesen HONZEN Gang, meistens mit sieben Gerichten angerichtet. Es ging aber noch weiter mit den Gängen. Zwischen den Gängen wurden immer Tanz, Musik u.a. angeboten. Dass es sogar in Japan das Wort HONZEN für Hauptgang oft verwendet wird, stimmt nicht ganz.

Wir haben uns erlaubt, nur diesen 3. Gang HONZEN auszuschneiden und als unser kulturelles Haus-Event ab und zu unseren Gästen anzubieten.

 

Hausgast : Prof. Eduard Klopfenstein
Japanologe und Übersetzter des Werkes : „In der Ferne der Fuji wolkenlos heiter“  Tanka Gedichte von Bokusui WAKAYAMA

Musikalische Begleitung:
Geige (Yuka TSUBOI),
Trompete (Takayuki KIRYU),
Marimba und Taiko (Katsunobu HIRAKI)

Kulinarische Begleitung: NODATE Kaiseki Lunch

OSECHI – die traditionelle japanische Neujahrsbox

OSECHI ist ein Kosename für die Neujahrsbox (Siehe Photo). Ursprünglich hiess diese Box SECHIKU (eine Widmung an Gott) in der NARA Periode (710-784) und bestand nur aus einer Schale Reis, hoch angerichtet, quasi zum Altar.

Das Wort SETSU bzw. SECHI wird in Japan jeweils zu den Jahreszeitenwechseln verwendet. Es gibt fünf Tage in Japan, an denen die Saison wechselt: 1. Januar, 3. März, 5. Mai, 7.Juli und 9.September.

Die Adligen oder Samurais feierten das Neujahr mit zwei verschiedenen Gerichten. Die einen auf Tellern angerichtet zum Geniessen (OSECHI) und die anderen in Lack-Boxen, die eher zum Ansehen denn als Dekoration gedacht sind (KUITSUMI).

Bis in die Tokugawa Periode sind die essbaren Tellergerichte in den dekorativen erhalten geblieben, vor allem bei gewissen Jahreszeitenübergängen (SETSU / SECHI). Somit nennen wir diese Boxen mit den Neujahrsspezialitäten heute noch OSECHI.

Auch heute gibt es die traditionellen KAISEKI Gourmet-Restaurants in Kyoto, bei denen die Stammgäste erst am Ende des Jahres bezahlen. Während dem Jahr sehen sie nie eine Rechnung, einen Endbetrag oder Beleg. Am Ende des Jahres besuchen die Inhaber des Restaurants diese Stammgäste zuhause mit den Jahresrechnungen. Dabei bringen sie als Geschenk auch 3-5 stufige Osechiboxen mit, die mit Neujahrsspezialitäten gefüllt sind. Einerseits zeigen die KAISEKI Gourmet-Restaurants so ihre Dankbarkeit für die Treue der Stammgäste, anderseits können sie damit jeglichen Diskussionen über die Höhe der Jahresrechnungen ausweichen. Wenn der vertraute KAISEKI Koch lächelnd mit den schönen, dekorativen    Boxen vor der Haustür steht, kann der Stammgast schwer gegen die gerade vorgewiesene Jahresrechnung protestieren. So was sollten Gentlemen nicht tun.

Feuer ist in Japan heilig. Übers Neujahr darf der Kochherd deswegen nur dann angezündet werden, wenn OZONI (Reisrisotto) gekocht wird, der Gott gewidmet wird. Ansonsten muss die Küche feuerfrei bleiben. Auch die Hausfrauen dürfen sich an Neujahr endlich ausruhen.

Zwischen dem Jahresende und Silvester kocht man die verschiedenen Neujahrsspezialitäten für die OSECHI Box. Sie werden zum Teil mit Essig versehen, dass die Gerichte für drei Tage haltbar bleiben. Sie werden nicht unbedingt mit teuren Materialien zubereitet, sondern mit einfachen Materialien, die als Glücksbringer betrachtet werden.

Osechi Box 2017 von Usagiyama